LSF beantwortet genau eine Frage: Wirst du verbrennen? Es ist eine nützliche Frage, aber Verbrennen ist nicht, was Haut still altern lässt. Die Strahlen, die Kollagen abbauen, deine Kieferlinie verwischen und Pigmentierung über Jahre vertiefen, sind UVA – und LSF misst sie überhaupt nicht. Das ist die Lücke, die jedes andere Etikett auf einem Sonnenschutz verwirrend zu füllen versucht.
Das Problem ist, dass die Welt sich nie auf eine einzelne Weise einigte, UVA zu bewerten. Sonnenschutzmittel tragen also ein verstreutes Alphabet – PA, PPD, «Breitband», ein kleines UVA-im-Kreis-Logo – die alle auf dieselbe fehlende Hälfte des Schutzes zeigen. Sie zu entschlüsseln ist weniger kompliziert, als es aussieht, sobald du weißt, dass sie eine Frage in vier regionalen Dialekten beantworten.
Die Fünf-Wort-Zusammenfassung einer Dermatologin ist das Ganze: «B ist für Burning (Verbrennen), A ist für Aging (Altern).» LSF deckt das B ab. Alles unten ist, wie das Etikett dir vom A erzählt.
UVB ist die kürzere, höherenergetische Wellenlänge, die die Oberfläche verbrennt – das ist LSF-Territorium. UVA ist länger (grob 320–400 nm), dringt tiefer ein, und treibt Lichtalterung an: Falten, Festigkeitsverlust und Pigmentierung. Sie trägt auch unabhängig von UVB zum Hautkrebsrisiko bei. Ein Sonnenschutz mit hohem LSF und keinem UVA-Ausweis bewacht die Vordertür und lässt die Hintertür offen.
In den USA ist «Breitband» eine Bestanden/Nicht-bestanden-Behauptung, von einem spezifischen Labortest gestützt. Der Sonnenschutz wird UV über Wellenlängen hinweg ausgesetzt, und die kritische Wellenlänge – der Punkt, unter dem 90% seiner UV-Absorbanz passiert – muss mindestens 370 nm sein, um das Etikett zu verdienen. In schlichten Worten: «Breitband» zertifiziert, dass der Filter über ein breit genuges Band absorbiert, um als UVA-schützend zu zählen. Es sagt dir nicht, wie stark dieser UVA-Schutz ist – nur, dass er die Latte übersprang.
Europa (und Australien) verlangen diese kritische Wellenlänge von 370 nm plus den UVA-Kreis – das kleine «UVA» in einem Ring. Dieses Logo trägt ein spezifisches Versprechen: Der UVA-Schutz des Sonnenschutzes ist mindestens ein Drittel seines LSF. Ein LSF 30 mit dem UVA-Kreis garantiert also einen UVA-Schutzfaktor von mindestens 10. Es ist ein Boden, keine exakte Zahl, aber es knüpft UVA-Stärke an den LSF, den du bereits siehst.
Das asiatische System ist das granularste. PA («Protection Grade of UVA») wurde in Japan entwickelt und taucht als Pluszeichen auf – PA+ bis PA++++ – wobei mehr Plus mehr UVA-Schutz bedeuten. Es ist auf einem Test namens PPD (Persistent Pigment Darkening, anhaltende Pigmentdunkelung) gebaut, der misst, wie viel mehr UVA es braucht, um Haut durch den Sonnenschutz zu bräunen versus blanke Haut. Grob:
| Bewertung | PPD-Bereich | UVA-Schutz |
|---|---|---|
| PA+ | 2 bis <4 | Etwas |
| PA++ | 4 bis <8 | Moderat |
| PA+++ | 8 bis <16 | Hoch |
| PA++++ | 16+ (keine Obergrenze) | Sehr hoch |
Der ehrliche Vorbehalt: PPD-Bewertung ist nicht präzise standardisiert, ein PA++++ sagt dir also, dass der Schutz mindestens sehr hoch ist – du kannst nicht sagen, ob sein echter PPD 16 oder 40 ist. Und weil die US-FDA die PPD-Methode nicht anerkennt, drucken US-Sonnenschutzmittel selten eine PA-Bewertung, selbst wenn sie eine verdienen würden.
| Das Etikett | Was es verspricht |
|---|---|
| LSF (eine Zahl) | Nur UVB-/Sonnenbrand-Schutz – sagt nichts über UVA |
| Breitband | Bestanden/nicht bestanden: Filter absorbiert UVA bis zu mindestens einer kritischen Wellenlänge von 370 nm |
| UVA im Kreis (EU) | UVA-Schutz ist mindestens ⅓ des LSF |
| PA+ bis PA++++ | Bewertete UVA-Stärke aus dem PPD-Test; PA++++ = sehr hoch |
Die praktische Lesart: Eine blanke LSF-Zahl ist ein halber Sonnenschutz. Woher dein Produkt auch kommt, such nach dem passenden UVA-Signal – «Breitband» in den USA, Breitband plus dem UVA-Kreis in der EU, oder PA+++/PA++++ auf asiatischen Etiketten – neben einem LSF von 30 oder mehr. Die Zahl und die Buchstaben beantworten zwei verschiedene Fragen, und du willst beide beantwortet haben.
Was ist der Unterschied zwischen LSF und PA? LSF bewertet UVB-(Sonnenbrand-)Schutz; PA bewertet UVA-(Alterungs-)Schutz. Sie messen zwei verschiedene Arten ultravioletter Strahlung, weshalb ein guter Sonnenschutz sowohl einen soliden LSF als auch einen UVA-Indikator braucht.
Was bedeutet PA++++? Es ist der höchste UVA-Grad im asiatischen PA-System, entsprechend einem PPD-Wert (Persistent Pigment Darkening) von 16 oder darüber. Mehr Pluszeichen bedeuten mehr UVA-Schutz; PA++++ hat keine Obergrenze.
Was garantiert «Breitband» tatsächlich? In den USA ist es ein Bestanden/Nicht-bestanden-Laborergebnis: Der Sonnenschutz absorbiert UV bis zu einer «kritischen Wellenlänge» von mindestens 370 nm und zertifiziert damit bedeutsame UVA-Abdeckung. Es bewertet nicht, wie stark diese Abdeckung ist.
Was ist der UVA-Kreis auf europäischen Sonnenschutzmitteln? Das UVA-im-Kreis-Logo bedeutet, dass der UVA-Schutz des Produkts mindestens ein Drittel seines LSF ist. Ein LSF 30 mit dem Kreis hat einen UVA-Schutzfaktor von mindestens 10.
Warum zeigen US-Sonnenschutzmittel keine PA-Bewertung? Weil die US-FDA den PPD-Test nicht anerkennt, auf dem das PA-System basiert. US-Produkte benutzen stattdessen «Breitband», um UVA-Schutz zu signalisieren.
Reicht ein hoher LSF allein? Nein. LSF adressiert nur UVB. Ohne einen UVA-Ausweis – Breitband, einen UVA-Kreis oder eine PA-Bewertung – lässt dich ein Hoch-LSF-Produkt den Strahlen ausgesetzt, die am meisten für Alterung und einen Teil des Hautkrebsrisikos verantwortlich sind.
Dieser Artikel ist edukativ und erklärt, wie Sonnenschutz-Etiketten getestet und definiert werden; er ist keine medizinische Beratung. Bei Anliegen zu Sonnenschaden oder Hautkrebsrisiko konsultiere eine Dermatologin.
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